Kaffee in Deutschland
Umso mehr Menschen Kaffee tranken, umso stärker stieg die Nachfrage. Kaffee wurde damit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Im Jahre 1781 griff daher Friedrich der Große ein: Seine Untertanen sollten lieber das heimische Bier trinken und damit die eigene Brauwirtschaft unterstützen als ihr Geld in Kaffee aus fernen Ländern zu stecken. Er erließ daher ein staatliches Kaffeemonopol und erlaubte lediglich dem preußischen Staat, mit Kaffee zu handeln. Das Rösten durch Privatbetriebe verbot er ebenfalls kurze Zeit später. Das sicherte ihm eine riesengroße Einnahmequelle, mit der er seine vom Siebenjährigen Krieg marode Staatskasse wieder aufzubessern hoffte.
Kaffee statt Bier
Doch Friedrich der Große rechnete nicht damit, dass sich seine Untertanen bereits an die belebende Wirkung des Kaffees gewöhnt hatten. Denn im Gegensatz zu Bier, das - den ganzen Tag über getrunken - sehr ermüdet, ist Kaffee der absolute Muntermacher. Ideal auch für das einfache Volk, das von früh bis nachts arbeiten musste. Somit entstand ein lebhafter Kaffee-Schmuggel. Friedrich der Große gab schließlich auf und schaffte das Verbot wieder ab. Von nun an konnte sich der Handel weiter verbreiten. Und von der Dienstmagd bis zum König trank ein jeder Kaffee – zuhause oder in einem der vielen Kaffeehäuser, die sich ab dem 17. Jahrhundert immer größerer Beliebtheit erfreuten.
Das beliebteste Getränk
Weltweit hat sich Kaffee zum zweitbedeutendsten Handelsgut und zum Volksgetränk entwickelt. In Deutschland wurden im Jahr 2010 rund 150 Liter Kaffee pro Kopf getrunken, rund 500.000 Tonnen Rohkaffee wurden verarbeitet. Deutschland ist damit der drittgrößte Kaffeemarkt der Welt! Und Kaffee ist damit das Getränk, das in Deutschland am häufigsten getrunken wird. Aber auch der Rest der Welt hält sich beim Kaffeetrinken nicht zurück: Weltweit werden täglich eine Milliarde Tassen mit Kaffee gefüllt!
