Auf dem Weg nach Europa
Im arabischen Raum erfreute sich der Kaffee großer Beliebtheit. Ob er – aus religiösen Gründen - hauptsächlich als Medizin oder schon als Genussmittel verwendet wurde, ist nicht bekannt. Tatsache ist jedoch, dass der Kaffee ab Mitte des 15. Jahrhunderts auch im arabischen Raum angebaut wurde.
Eine Überlieferung besagt, dass ein Scheich mit dem Namen Gemaleddin die Pflanzen aus dem abessinischen Kaffa kommen ließ und sie im Jemen anbaute. Durch Reisende wurde der Kaffee dann im ganzen Land verbreitet, und es entstanden Kaffeehäuser beispielsweise in Damaskus und Konstantinopel (1554).
Holländer als Kaffeeimporteure
Von dort aus war es nur ein kleiner Schritt nach Europa. Man sagt, dass holländische Handelsreisende den Kaffee Ende des 16. Jahrhunderts in die europäischen Hafenstädte wie Venedig, Bremen, Amsterdam brachten. Die Europäer waren sofort begeistert, und schnell bildete sich die Tradition der europäischen Kaffeehäuser heraus. Das erste Kaffeehaus eröffnete 1645 in Venedig, Deutschland zog erst im Jahre 1673 nach – mit einem Kaffeehaus in Bremen.
Jeder will Kaffee!
Zu dieser Zeit war Kaffee noch ein Luxusgut, das sich nur wenige reiche Bürger leisten konnte. Er wurde – wie eigentlich heute noch - mit Milch, Zucker und Gewürzen verfeinert, um den bitteren Geschmack abzuschwächen. Mit der Zeit und den sich verbessernden Transportbedingungen, konnte der Kaffee immer günstiger importiert werden, so dass sich auch weniger reiche Genießer dieses einstmalige Luxusgetränk erlauben konnten. Die Kaffeepreise fielen zwar, wurden aber schnell wieder angezogen. Denn die europäischen Länder wollten sich am Kaffeeboom bereichern und verlangten für die schwarzen Bohnen teilweise irrsinnig hohe Einfuhrzölle.

